Unsere aktuelle Gebarungsvorschau im Februar 2026 bringt gegenüber November 2025 eine leichte Verbesserung. Für 2025 wird ein Bilanzverlust von 454 Millionen Euro erwartet – weniger als die ursprünglich im Jahresvoranschlag 2025 prognostizierten 906 Millionen Euro. Auch für 2026 fällt die Prognose mit minus 431 Millionen Euro besser aus als in der letzten Gebarungsvorschau November 2025 angenommen (minus 460 Millionen Euro). Bei Gesamtausgaben von 23,19 Milliarden Euro entspricht das einem Minus von rund 1,9 Prozent. Die eingeleiteten Konsolidierungsmaßnahmen zeigen erste Wirkung, dennoch wächst der strukturelle Finanzierungsbedarf durch Rezession, demografischen Wandel und medizinischen Fortschritt weiter an. Fast 98 Prozent des ÖGK-Budgets fließen direkt in Leistungen für Patient*innen zurück.
Ausgaben wachsen weiterhin stärker als die Einnahmen
Ganz klar zeigt sich, dass die Ausgaben weiterhin stärker wachsen als die Einnahmen. Nachdem die ÖGK beitragsfinanziert ist, wirkt sich die Konjunktur direkt auf die Beiträge aus, während die Ausgaben weiter steigen. Eine Folge des demografischen Wandels sind unter anderem steigende Arztbesuche: Die Menschen werden immer älter und viele Krankheiten können heute erfolgreich behandelt werden, wodurch Menschen länger leben und über einen längeren Zeitraum medizinische Betreuung benötigen. Gleichzeitig treiben chronische Erkrankungen, medizinische Fortschritte und der Ausbau moderner Therapien die Nachfrage nach Arztbesuchen voran.
Steigender Leistungsbedarf
2019 lagen die Aufwendungen für Versicherungsleistungen noch bei 14,7 Milliarden Euro, 2025 betrugen sie rund 21,4 Milliarden Euro; 2026 werden es bereits 22,56 Milliarden Euro sein. Diese setzen sich unter anderem wie folgt zusammen:
- 6,25 Milliarden Euro (+7,1 % im Vorjahresvergleich) investiert die ÖGK in den niedergelassenen Bereich, beispielsweise in Leistungen der niedergelassenen Ärzt*innen.
- Knapp 6 Milliarden Euro werden für die stationäre Versorgung in Spitälern aufgewendet.
- 4,63 Milliarden Euro (+7,3 %) werden für die Medikamentenversorgung bereitgestellt.
Spitzenmedizin auf Kassenleistung
Wir arbeiten weiter an gezielten Maßnahmen zur Kostendämpfung und Effizienzsteigerung – ohne Abstriche bei der medizinischen Qualität und unter der Sicherstellung von Spitzenmedizin auf e-card. Klar ist aber: Angesichts des demografischen Wandels, der Verlagerung in den niedergelassenen Bereich, der Rezession und zusätzlicher Aufgaben werden weitere Konsolidierungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit allen Partnern notwendig sein, um die Gesundheitsversorgung langfristig zu sichern.